So funktioniert das Lernen
Der Trainer fragt nicht stur alle Wörter der Reihe nach ab. Er rechnet für jedes Wort aus, wann du es voraussichtlich vergisst, und holt es kurz vorher wieder hervor. So reichen wenige Minuten am Tag.
Vergessen ist planbar
Kurz nach dem Lernen sitzt ein Wort, danach verblasst es langsam. Jede erfolgreiche Wiederholung macht die Erinnerung stabiler, und das Wort hält länger. Am meisten bringt eine Wiederholung, wenn das Wort schon ein wenig verblasst ist, aber noch nicht vergessen.
Den Zeitpunkt berechnet FSRS, ein wissenschaftlich fundiertes Verfahren für verteiltes Wiederholen, das auch Anki verwendet. Es plant jede Wiederholung so, dass du das Wort mit etwa 90 % Wahrscheinlichkeit noch weißt. Aus Tagen werden so Wochen und später Monate.
Was sich der Trainer zu jedem Wort merkt
- Stabilität
- Wie viele Tage die Erinnerung hält, bis sie auf 90 % gesunken ist. Sie wächst mit jeder richtigen Antwort und sinkt, wenn du das Wort vergessen hast.
- Schwierigkeit
- Wie schwer dir dieses Wort fällt, auf einer Skala von 1 bis 10. Schwierige Wörter kommen öfter dran, leichte seltener.
- Abrufwahrscheinlichkeit
- Wie wahrscheinlich du das Wort gerade jetzt noch weißt. Diesen Wert zeigen die Balken in der Wortliste.
Deine Antwort wird automatisch bewertet
Du musst dich nicht selbst einschätzen. Aus deiner Antwort leitet der Trainer ab, wie gut das Wort sitzt:
Groß- und Kleinschreibung, Satzzeichen, Artikel wie „der“ oder „the“ und Umschreibungen wie „ae“ für „ä“ spielen keine Rolle. Ab fünf Buchstaben ist ein Tippfehler erlaubt, ab neun Buchstaben sind es zwei.
Die Übungen werden mit dir schwerer
Wörter, die du gerade erst lernst, fragt der Trainer leicht ab. Je stabiler ein Wort sitzt, desto mehr musst du selbst leisten. Diese Anstrengung lohnt sich, denn was du selbst abrufen musst, behältst du länger.
- AuswählenNeue und noch wackelige Wörter: Du wählst die richtige von vier Antworten.
- HörenAb etwa 3 Tagen Stabilität: Du hörst das Wort nur und schreibst die Bedeutung auf.
- Frei übersetzenSitzt das Wort sicher, übersetzt du es ohne Hilfe, getippt oder gesprochen.
Erkennen und Abrufen
Ein Wort zu verstehen ist leichter, als es selbst zu benutzen. Deshalb übt der Trainer jedes Wort in zwei Richtungen, und jede Richtung hat ihren eigenen Plan.
Neue Wörter beginnen mit dem Erkennen. Das Abrufen kommt dazu, sobald du ein Wort an einem früheren Tag mehrmals richtig erkannt hast. Beide Richtungen eines Wortes kommen nie am selben Tag dran, sonst würde die eine Antwort die andere verraten.
So entsteht eine Lektion
- Fällige WiederholungenZuerst kommen die Wörter, die du am ehesten schon vergessen hast.
- Neu freigeschaltetes AbrufenDanach folgen bis zu fünf Wörter, die du ab jetzt auch selbst abrufen sollst.
- Neue WörterDen restlichen Platz füllen neue Wörter, bis dein Tageslimit erreicht ist. Jedes neue Wort wird kurz vorgestellt und gleich danach abgefragt.
Eine Lektion hat 15 Übungen, und alles wird gemischt. Neue Wörter stammen bewusst aus verschiedenen Themen, denn ähnliche Wörter wie „Montag“ und „Dienstag“ bringt man leicht durcheinander, wenn man sie gleichzeitig lernt.
Gut zu wissen
- Zu frühes Wiederholen bringt wenig: Was du noch sicher weißt, festigt sich kaum. Wenn nichts fällig ist, ist Pause also kein Rückschritt.
- Mit „Extra üben“ lernst du zusätzliche neue Wörter oder holst Wiederholungen vor, die bald fällig wären.
- Am besten lernst du jeden Tag ein paar Minuten. Wenn du ein paar Tage aussetzt, ist nichts verloren: Der Trainer fängt mit den Wörtern an, die am stärksten verblasst sind.
- Punkte: 2 für eine richtige Antwort, 1 bei einem Tippfehler und 5 als Bonus für jede abgeschlossene Lektion.
Grundlage: FSRS (Open Spaced Repetition)